Klimaschutz ist jetzt in aller Munde - wie lange?

Imagem Escrito em 13.06.2019 de Dr. Katrin Stückrath
Equipe: Christen und Muslime
Município: Lünen im Kreis Unna

Hoffentlich bleibt es nicht nur bei einer kurzen Phase, dass der Klimaschutz in aller Munde ist. Jetzt brauchen alle einen langen Atem, auch Greta Thunberg und die Schülerinnen und Schüler, die zu den Fridays for future gehen.
In der religiösen Tradition von Christen und Muslimen findet man Kraftquellen für den Schutz der Natur. Wenn man sie richtig anzuzapfen weiß, versiegen sie nicht, sondern können helfen, beharrlich zu bleiben.
Wurde der Auftrag in 1. Mose 1,28 "Macht euch die Erde untertan" lange Zeit im kolonialistischen und ausbeuterischen Sinn verstanden, so sind es heute andere Verse, die inspirieren können, wie 1. Mose 2,15: "Und Gott nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre." Damit ist ausgesprochen, welche Rolle uns Menschen zukommt, nämlich die Verantwortung für die Welt mit Tieren und Pflanzen zu übernehmen und sie nicht zu zerstören.
Bibel und Koran sind sich darin einig, dass die Welt eine gute Schöpfung Gottes ist. Im Glauben staunen wir über die unendliche Schöpfung, empfinden Ehrfurcht gegenüber ihrer Unendlichkeit und Mitleid, wo sie gequält wird. Der Verlust an Artenvielfalt kann in religiöser Weise als Frevel gegen Gott verstanden werden.
SEin Werk, das sich in der Evolution über jahrmillionen Jahre hinweg entfaltet hat, lebt im subtilen Gleichgewicht der Ökosysteme. Wer dieses Gleichgewicht zerstört, schadet Tieren, Pflanzen und letztlich auch Menschen.
Der Klima-Wandel ist eine Bedrohung für Millionen von Menschen, die ohne ihre Lebensgrundlage zu Flüchtlingen werden. Das zu verhindern ist Gebot einer globalen Solidarität, die es uns bisher noch nicht gelungen ist, zu entwickeln. Alte Traditionen wie Bibel und Koran können uns aber daran erinnern, dass wir nicht als Angehörige von Völkern und Nationen handeln müssen, sondern als Menschen handeln können. Dass uns zwar die ganze Schöpfung überlassen ist, wir sie aber als Haushalter verwalten. Dass uns mit der Natur so viel Gutes geschenkt wurde, dass wir darüber Neid und Gier beiseite lassen können.
Es braucht kein neues Bild von der Schöpfung in unserer Zeit, sondern ein neues Bild vom Menschen.

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