Wie sieht die Mobilität der Zukunft für Lünen aus?

Imagem Escrito em 07.06.2019 de Dr. Katrin Stückrath
Equipe: Christen und Muslime
Município: Lünen im Kreis Unna

Darüber diskutierten Arnold Reeker, der Technische Beigeordnete der Stadt, der unter anderem für die Abteilungen Stadtentwicklung, Straßenbau und Mobilität zuständig ist, und
Jürgen Heidenreich, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC Lünen im Rahmen des Netzwerktreffens der LIGA Lünen.

Für Arnold Reeker ist das Glas halbvoll: Lünen habe ein Potenzial, bis zu 25 % seines Verkehrs per Rad zu realisieren, wie das Beispiel von Hamm zeige. Bereits seit Anfang der 90er Jahre habe Lünen viel getan, um den Radverkehr zu fördern. Beispiele sind die LAGALÜ, aber auch die fünf Fahrradstraßen, wo Radfahrer Priorität haben und z.B. der Leezenpatt.

Jürgen Heidenreich beurteilt das Glas eher als halbleer. Seine Kritikpunkte: Bestehende Radverkehrsanlagen sind schlecht gepflegt, weisen oft aufgeplatzten Asphalt auf oder sind zugewachsen. Den Ausbau des Radverkehrsnetzes habe Lünen in den letzten zwei Jahrzehnten verschlafen. Im Gegenzug habe der Anteil des Kraftverkehrs kontinuierlich zugelegt.

Das führt den Lüner Verkehr in den Spitzenstunden klar an den Rand der Belastbarkeit. Die politische Unterstützung für den Radverkehr ist gestiegen, scheint aber manchmal eher Mittel zum Zweck zu sein, um den Autoverkehr flüssiger zu machen. Radwege auf dem Bürgersteig sind aber gerade an Kreuzungen unsichere Orte. Die Verlegung des Radverkehrs auf Spurstreifen auf der Straße ist die Alternative. Aber da ist die Konkurrenz groß. Wie Arnold Reeker resümmierte: „Wenn man was für die einen macht, schränkt man die anderen ein.“

Die Zuhörer interessierten sich für konkrete Zahlen. Wie viel Geld gibt Lünen pro Einwohner und Jahr für den Radverkehr aus? Es sind rund 2 Euro. Eine Stadt wie Utrecht hingegen gibt circa 70 Euro dafür aus. In Lünen gibt es offenbar andere Prioritäten. Jürgen Heidenreich erwähnte die Untertunnelung am Preußenbahnhof (Kosten circa 9 Millionen). Die Kennzeichnung einer Spur für Fahrrader in den beiden Kreisverkehren sei erst auf Druck der Öffentlichkeit realisiert worden.

Ein Konzept für eine klimafreundliche Verkehrswende in Lünen gibt es noch nicht. „Wir können noch 10 Jahre warten, aber dann wird der Verkehrskollaps da sein.“ mahnte Katrin Rieckermann, die Moderatorin des Gesprächs von der LIGA. Reekers Antwort: Die Stadt Lünen lässt bis nächstes Jahr ein Mobilitätskonzept erstellen, das auch den Radverkehrsanteil erfassen soll. Seine Straßenverkehrsbehörde arbeite stetig an Verbesserungen der Radverkehrssicherheit in Lünen, z.B. an Radwegen und Führungen an Kreuzungen.

Jürgen Heidenreich wünscht sich von der Stadt eine bessere Öffentlichkeitsarbeit pro Fahrrad und mehr innovative Ideen wie „Grüne Welle“ für Radfahrer wie z.B. in Oberhausen, außerdem kürzere Wartezeiten an Ampelanlagen. Der ADFC habe auch viele Vorschläge zur Verbesserung für das Radfahren in Lünen. Am Ende der Diskussion war der Tenor: Bürger und Verkehrsplaner sollten sich miteinander beraten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen.

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