Außentermine

Imagem Escrito em 06.06.2019 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Município: Rotenburg (Wümme)

Die erste Woche des Stadtradelns sollte noch ohne Termine auskommen, die mich von Rotenburg aus in die eher abgelegenen Ortschaften des Landkreises führten. Dazu lag mit Himmelfahrt ein Tag dazwischen, an dem ich nicht mal die Strecke nach Rotenburg fahren musste, den ich allerdings, um nicht aus dem Training zu fallen, für eine kurze nachmittägliche Ausfahrt mit dem Rennrad nutzte. Mit dem Beginn der zweiten Woche aber summierten sich die Termine außerhalb, und ich konnte zum ersten Mal feststellen, wie weit die Wege im Landkreis mit dem Fahrrad werden können. Wie bereits erwähnt, ist es dank des Metronoms gar kein Problem, alle Termine in Scheeßel oder auch Lauenbrück wahrzunehmen, solange man die Ansprechpartner ein wenig sensibilisiert. Man muss ja nicht alle Termine auf die halbe Stunde legen, dreiviertel geht schließlich auch, so dass die Erreichbarkeit mit der Bahn keine Schwierigkeiten mehr macht. Anders verhält es sich, wenn die Orte etwas abseits der Bahnstrecke Bremen - Hamburg liegen. Dann heißt es, fest in die Pedale treten und genug Zeitpuffer einplanen, falls mal etwas nicht ganz glatt läuft, wie zum Beispiel querstehende Landmaschinen. Auch die Längen der einzelnen Strecken mögen jetzt nicht ennorm sein (hier zehn Kilometer, da 20), in der Summe allerdings kommt man doch am Ende des Tages auf ganz ordentliche Beträge, die sich auch im internen Teamranking abzeichnen. Neulich fragte mich meine Jüngste: "Papa, können wir dich eigentlich auch noch einholen? Deinen Chef haben wir ja schon überholt." Da musste ich sie leider auf sehr viel später vertösten, doch die Zeit wird kommen, wo ich den beiden hinterherfahre. Zurück aber zum Thema: Mit einem Termin vormittags in Fintel und auf dem Redderberg am östlichsten bebauten Punkt der Samtgemeinde sowie einem Termin nachmittags in Scheeßel, dazwischen einmal Teamfoto auf dem Ärztehaus, kamen am Ende des Tages über 100 Kilometer zusammen, auf die Woche gerechnet kann das schon in die Knochen gehen. Doch auch hier gilt wie immer: Übung macht den Meister - wer viel fährt, spürt am Ende den einzelnen Kilometer nicht mehr ganz so arg. Zum Glück springt der Boschmotor auf Wunsch problemlos an, so dass auch der zeitliche Aufwand im Unterschied zum Auto kaum mehr ins Gewicht fällt. An manchen Nachmittagen war der Akku dann allerdings leer, aber die Tour nach Feierabend heimwärts ohne Unterstützung zu bewältigen, ist eigentlich nicht so schlimm, man hat ja Zeit. Ob mir im Alltag nicht die Zeit ausginge, fragte mich neulich eine Kollegin. Ich konnte verneinen, denn ob mich ich nun die ersten 15 Minuten in Rotenburg von Ampel zu Kreisel stottere um anschließend mit Stein aufs Gas die Kilometer über Land runter zu spulen, oder ob ich mit gleichmäßig hoher Trittfrequenz die gesamte Strecke absolviere und am Ende vielleicht zehn Minuten später eintreffe macht für die Sache kaum einen Unterschied - für die eigenen Gesundheit und die Zukunft des Planeten ist es dagegen entscheidend. Zumindest dann, wenn möglichst viele mitziehen und das Auto als das dastehen lassen, was es ist - ein Relikt aus der Zeit der Verschwendung fossilier Ressourcen, ein Anachronismus per se.

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