Regentage

Imagem Escrito em 05.06.2019 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Município: Rotenburg (Wümme)

Nach einer Woche sehr guten Wetters mit Sonnenschein und Hitzewelle brachte das Wochenende Gewitter, und mit dem Start der neuen Woche kam dann auch der von vielen Landwirten und Gärtnern lang ersehnte Regen. Für den Pendler, der täglich mit dem Rad zur Arbeit fährt, ist der Regen dann eher ein suboptimaler Begleiter. Im warmen und trockenen Auto sitzen, wenn der Regen auf das Dach und gegen die Windschutzscheibe trommelt kann etwas Angenehmes und Beruhigendes haben. Wenn einem der Regen allerdings ungehindert in das Gesicht klatscht, das Wasser unter dem Helm über Augen, Nase und Mund läuft, während sich die Regenjacke bereits auf dem Hinweg zur Arbeit nach vielleicht zehn Kilometern in nicht viel mehr als einen nassen Lappen verwandelt hat, zeigt sich, ob einem das Thema Klima wirklich wichtig ist. Ich könnte zuhause anrufen, meine Frau würde mich abholen und nach Rotenburg bringen. Aber dann wäre das Experiment gescheitert, nach nicht viel mehr als einer Woche. Es gilt also durchzuhalten. Außerdem ist im Endeffekt nicht direkt das Wetter Schuld an der Misere, sondern die nicht optimale Vorbereitung. Hätte ich entsprechende Kleindung mit in die Fahrradtaschen genommen, hätte ich mich auf der Arbeit umziehen können. Aber "wäre, wäre, Fahrradkette" (O-Ton Lothar M.) - ich hatte es halt nicht. Somit bleibt mir ein Vormittag in nassen Klamotten und die Erfahrung, es beim nächsten Mal anders zu machen. Gedanken kreisen durch meinen Kopf, ob man auch bei Regenwetter das Rad als sinnvolle Alternative empfehlen kann. Ist es nicht ein bisschen zuviel verlangt, auch bei Regen oder ungemütlichem Wetter in die Pedale zu treten und auch mal für mittlere Strecken auf das Auto zu verzichten? Mit einem besseren öffentlichen Nahverkehr wäre das gar nicht so problematisch, der jedoch fehlt hier. Mit dem Rad ist es in der Tat an solchen Regentagen - und in Hinblick auf die Herbstzeit auch an nass-kalten Tagen - sehr ungemütlich. Aber noch viel ungemütlicher wird es, wenn die drohende Klimakatastrophe nicht aufgehalten wird. Und die Zeit für Kompromisse ist knapp, wenn sie nicht schon vorbei ist. Immer wieder fahren auch im Regen viel zu groß geratene Blechwanzen an mir vorbei, die in ihren Ausmaßen an die Dinos erinnern - das letzte Aufbäumen einer im Aussterben begriffenen Art. Sie alle haben ihre Berechtigung, und bestimmt gibt es auch irgendwo gute Gründe, die für solch überdimensionierte Vehikel sprechen, wenn man auch in einem Wagen mit deutlich weniger Verbrauch genauso einfach im Stop-and-go zwischen den Rotenburger Kreiseln stecken kann. Ich für meinen Teil fahre weiter und ärgere mich maximal über meine eigene schlechte Planung, die mir nun den Vormittag in nassen Sachen verpasst hat. Es gilt hier, mit gutem Beispiel voranzugehen. Und wenn auch meine jüngste Tochter mit fünf Jahren die drei Kilometer zum Bäcker lieber mit dem Rad als mit dem Auto zurücklegt, sollte dies ein Anstoß für all jene sein, die immer noch für jeden Meter das Kraftfahrzeug nutzen. Mit jedem Kilometer auf dem Rad habe ich das gute Gefühl, meinen Beitrag zu leisten, um den Planten für meine Mädchen zu erhalten - auch, um ihnen in Zukunft noch guten Gewissens in die Augen sehen zu können. Können Sie das auch?

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