Woche 1

Imagem Escrito em 01.06.2019 de Jens Loës
Equipe: Team Rundschau
Município: Rotenburg (Wümme)

Nach knapp einer Woche ohne Auto, nur auf das Rad und die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, stellt sich mir die Frage: Was hat sich geändert? Hat sich überhaupt etwas geändert? Und vor allem: Kann man diese Art von Verzicht auch anderen empfehlen? Wenn sich etwas verändert hat, dann nicht allzu viel. Der Weg zur Arbeit ist derselbe geblieben, jeder Tag den ich Rad fahre sorgt für erhöhte Fitness und somit ein entspannteres Eintreffen am Arbeitsplatz. Wenn man zudem ein gutes Team von Fahrradfachleuten hat, an das man sich bei technischen Fragen rund um das Rad wenden kann, ist das meiste auch in Butter - oder besser in Kettenöl. Der Einkauf muss minimal ungeplant werden, da aber die ganze Familie das Projekt mit unterstützt und auch die beiden Mädchen mitfahren, kann alles ohne Probleme transportiert werden. Und wer einmal am Wochenende versucht hat, vom Dodenhof heim zu kommen, wird zugeben müssen, dass der Stop-and-go-Verkehr häufig bis zur Auffahrt Posthausen reicht. Auch hier gewinnt das Fahrrad klar, da man locker und leicht an der Blechkarawane vorbeiziehen kann. So spule ich weiter die Kilometer täglich runter und kann diesen Verzicht, diese Art der Fortbewegung allen empfehlen, die Interesse an einer lebenswerten Zukunft haben und denjenigen, die etwas gegen die Macht der Automobillobby unternehmen wollen. Denn mit jedem, der auf ein Kraftfahrzeug verzichtet, schwindet die Macht derer, die diese Produkte an den Mensch bringen müssen. In diesem Sinne geht es in die nächste Woche, knapp 400 Kilometer liegen hinter mir, das vorsichtige Ziel sollen am Ende 1500 sein. Ein klarer Vorteil beim Erreichen dieses Ziels ist der desolate Zustand des öffentlichen Nahverkehrs im Landkreis. Um zeitnah von A nach B zu kommen und das auch abseits des Metronoms, ist der Einsatz des Velocipeds zwingend erforderlich. Nur sollte man seitens der Politik einmal dringend über die Priorisierung der verschiedenen Verkehrsmittel nachdenken. So desolat wie der Zustand von Bus- und Bahnverbindungen ist auch vielerorts derjenige von Radwegen. Um seinen Felgen ein frühes Ableben zu ersparen, muss manchmal auf unter Schrittgeschwindigkeit abgebremst werden. Man stelle sich so etwas mal auf der B75 oder 71 vor. Das Geschrei würde ich wohl noch bei Dodenhof hören - auch Samstags um halb acht.

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