Radfahrer_innen müssen flexibel sein

Imagem Escrito em 30.05.2019 de Dr. Katrin Stückrath
Equipe: Christen und Muslime
Município: Lünen im Kreis Unna

Dank eines Termins in Bövinghausen war ich heute durch halb Dortmund mit dem Rad unterwegs. Die Wege, die ich benutzt habe, könnten unterschiedlicher nicht sein. Ich rollte über getrennte und gemeinsame Wege für Radfahrer und Fußgänger, durch 30-erZonen, fuhr in Schutzstreifen auf Hauptverkehrsstraßen, auf dem Emscher-Radweg und über Parkwege.
Mit keinem anderen Verkehrsmittel muss man sich auf so verschiedene straßenverkehrstechnische Gegebenheiten und Fahrbeläge einstellen.
Hier eine kleine persönliche Auswertung:
Keine Frage, am angenehmsten waren die Wege, wo das Fahrrad Priorität hat. Das waren aber die wenigsten.
Bei den Schutzstreifen auf Fahrbahnen (durch eine dicke weiße Linie am rechten Straßenrand markiert) war ich zwiegespalten. Einerseits legitimiert der Schutzstreifen das Fahren auch auf den Hauptverkehrsadern, die mich schnell von A nach B brachten. Die Schutzstreifen machen deutlich: Die Straße gehört nicht den Autos alleine! Andererseits fuhren z.B. LKWs doch sehr nah an einem vorbei. Und überholende Autos schnitten den Schutzstreifen vor mir in nächster Nähe. Das hinterließ ein Gefühl der Unsicherheit.
Auf den gemeinsam mit Fußgängern genutzten Wegen (die mit dem roten schmalen Bereich für Radfahrer) fühlte ich mich sicherer als auf der Straße. Dieser Eindruck ist laut vieler Untersuchungen rein subjektiv ist und nicht real. Auf Radwegen entstehen durch vielerlei Gründe mehr Unfälle als im gemischten Straßenverkehr. Ich erinnere mich noch gut an den Moment heute, wo ich scharf bremsen musste, weil ein Handwerker Schienen aus seinem Auto auslud und dabei ohne Aufzuschauen den Radweg überquerte.
Wenn ich im Ganzen auf die heutige Tour zurückschaue, habe ich den Eindruck, dass die Führung der Radfahrer im Straßenverkehr Stückwerk ist. Oft habe ich innerhalb von 100 Metern dreimal zwischen Schutzstreifen und Radweg auf dem Gehweg wechseln müssen. Diese Wechsel bremsten mich nicht nur aus, sondern brachten auch eine erhöhte Sturz- und Unfallgefahr mit sich. Oft musste ich mich umschauen, um mich zu vergewissern, dass die Autofahrer meinen Wechsel auf die Fahrbahn bemerkten.
Fazit: Es ist verkehrsplanerisch in Dortmund schon viel guter Wille erkennbar. Fahrräder sind auf den meisten Straßen und Wegen willkommen. Bei der Sicherheit und dem Komfort gibt es hingegen noch viel zu tun.

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