Blogue da celebridade da campanha PEDALACIDADE: Langenbach im Landkreis Freising


3 Wochen ohne Auto: ein Fazit

Imagem Escrito em 13.07.2020 de Laura Oberjatzas
Equipe: Essbares Langenbach e.V.
Município: Langenbach im Landkreis Freising

Es ist jetzt 3 Wochen her, dass ich das letzte Mal mit dem Auto gefahren bin. Stadtradeln 2020 ist seit Samstag für Langenbach offiziell abgeschlossen. Essbares Langenbach e.V. ist ganze 2710 km geradelt, ich habe es auf fast 210 km gebracht. Das hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Und ganz nebenbei habe ich ein paar neue Erkenntnisse gewonnen (vom sportlichen Faktor und der Umweltfreundlichkeit muss ich ja nichts sagen, oder?).

Radeln ist nicht nur ein Schön-Wetter-Sport
Ich habe das Fahrrad hauptsächlich genutzt, um von A nach B zu kommen. Für mich ist Radfahren einfach immer noch Fortbewegung und nicht unbedingt "Spaß-Sport". Ich hatte Glück: die ersten zwei Wochen war ja fast ausschließlich schönes Wetter. Aber als es dann Mal geregnet hat, habe ich schnell festgestellt: mit etwas Vorbereitung und dem richtigen Equipment ist Radfahren auch bei Regen kein Problem. Wenn es so richtig kalt und ungemütlich ist, ist das Auto natürlich bequem, aber es geht vor allem durch den Sommerregen auch ohne.

Man ist genauso flexibel wie mit dem Auto
Ich bin immer gern mit dem Auto gefahren, weil man dann nicht abhängig von den Öffentlichen und ihren doch etwas löchrigen Fahrplänen ist. Aber mit dem Rad geht's genauso gut. Man kann jederzeit losfahren und muss nicht warten. Mit dem Auto muss man ja noch einen Parkplatz suchen, also ist man mit Rad sogar noch etwas flexibler.

Wenn die Zeit eine Rolle spielt...
Einmal habe ich die Zeit verpennt. Da habe ich dann meinen Mann mit den Kindern im Auto losgeschickt. Auf dem Rad hätten wir es einfach nicht mehr geschafft. Aber wenn man nicht "sofort!" muss, ist die Zeitersparnis von Rad und Auto auf Alltagsstrecken gar nicht so groß. Zum Beispiel plane ich für eine Autofahrzeit von 15 Minuten nach Freising mit dem Auto trotzdem 30 Minuten ein, um pünktlich zu sein. Verkehr, rote Ampeln, Parkplatzsuche... Mit dem Rad ist man irgendwie nicht sehr viel länger unterwegs. Ab einer gewissen Strecke gilt das natürlich nicht mehr, aber im Alltag läuft es.

Große Ausflüge
In den drei Wochen Stadtradeln haben wir einen großen Ausflug gemacht: in den Münchner Zoo. Das ging, weil wir mit Zug und U-Bahn gefahren sind. Auch Familienbesuch im Münchner Süden wäre mit Öffentlichen gegangen. Aber hätten wir jetzt - sagen wir Mal Campen gehen wollen, wären wir etwas aufgeschmissen gewesen: viel Krempel hat man ohne Auto nicht dabei. Und das bringt mich gleich zum nächsten Punkt.

Minimalismus leben
Mein Gepäck ist geschrumpft! Von einem vollgestopften Rucksack und extra Wickeltasche auf einen halbvollen Rucksack mit integrierter Wickeltasche. Was ich alles mit mir herumgeschleppt habe! Ich hätte sicher 3 Tage in der Wildnis überleben können mit den ganzen Krempel, aber im Alltag braucht man echt nicht so viel.

Im Rückblick muss ich sagen, dass ich mein Auto eigentlich gar nicht vermisst habe. Die Radelzeit war super. Der Verzicht hat sich tatsächlich als Bereicherung entpuppt. Ganz aufgeben will ich mein Auto mit zwei kleinen Kindern auf dem Land nicht, aber ich werde sicher in Zukunft wesentlich öfters Rad fahren. Es gibt so einige Strecken, die ich einfach sehr genossen habe. Wenn dann das Kind noch mitfährt und einem von hinten unglaublich viele Geschichten erzählt, dann ist das richtig schön: die Strecke A nach B wird zur Familien-Qualitätszeit.

Und jetzt entschuldigt mich. Ich bin dann mal Preise und Funktionen von E-Bikes vergleichen.

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168,7 km

Imagem Escrito em 06.07.2020 de Laura Oberjatzas
Equipe: Essbares Langenbach e.V.
Município: Langenbach im Landkreis Freising

Das ist von hier bis nach Nürnberg. Oder bis nach Ulm. Nach Österreich und nach Tschechien wäre ich mit 168,7 km am Stück auch gekommen. Wenn wir von Luftlinie reden, dann sogar bis ins nördliche Südtirol. Ich finde, 168,7 km ist eine richtig gute Leistung.

Dabei hat es sich gar nicht angefühlt, als wäre ich so wahnsinnig viel geradelt. Zugegebenermaßen bin ich sehr viel öfters aufs Rad gestiegen als zu einem "normalen" Zeitpunkt. Grob geschätzt würde ich sagen, dass ich mindestens 60% der Strecke normalerweise mit dem Auto gefahren wäre. Wahrscheinlich im Moment sogar noch mehr, weil wir ja noch den kleinen Kleinen haben, der ja noch gar nicht auf dem Radlsitz sitzen kann - und wenn dann Familienausflug an den See ist, wird nicht einer das Auto nehmen, während die andere mit den Rad fährt. In den letzten zwei Wochen haben wir es aber tatsächlich immer Mal wieder so gemacht: ich war mit dem Rad und dem großen Kleinen unterwegs und habe meinen Mann und den kleinen Kleinen am Ziel getroffen.

Bisher hat sich das Rad als zuverlässiger Begleiter durch den Alltag erwiesen. Ich bin immer gut an meine Ziele gekommen, hatte bisher Glück mit den Radwegen und habe richtig schöne Ecken entdeckt, die sich praktisch direkt vor der Haustür befinden. Fast jeden Tag bin ich geradelt (ich habe aber sonst nicht jeden Tag das Auto genommen) und freue mich in der Früh schon richtig auf die Radelzeit: ich bin in Bewegung, kann im besten Falle die Umgebung genießen und habe einfach Mal eine runde Ruhe. Selbst - oder gerade auch mit Kind hinten drauf.

Natürlich ist nicht alles Sonnenschein. Hin und wieder habe ich mein Auto vermisst: für den Wocheneinkauf, der jetzt in kleineren Portionen im lokalen Supermarkt erledigt wird, und als ich Mal spät dran war. Aber: sogar im Regen war ich schon unterwegs und da habe ich dem Auto nicht hinterher getrauert. Das ging vor allem deshalb so gut, weil ich von der Gemeinde als Radelstar einen knallorangenen und wirklich sehr praktischen Regenponcho bekommen habe - dafür hier noch ein herzliches Danke! Zum Glück ist Langenbach aber ein sonniges Plätzchen und bis auf das eine Mal bin ich immer trocken geblieben.

Jetzt beginnt die letzte Woche Stadtradeln. Dass in Langenbach 67 Radler*innen angemeldet sind, finde ich schon stark. Dass wir insgesamt schon 12250 km zusammen haben, ist noch beeindruckender. Ich bin gespannt, wie sich die letzte Woche entwickelt. Unsere Bürgermeisterin hat ja die Titelverteidiger herausgefordert - da muss sie sich jetzt aber ranhalten! Ich setze mir für die letzte Woche ein weniger ambitioniertes Ziel: noch eine (für mich) längere Tour zu fahren und eine neue Strecke zu entdecken, dann bin ich zufrieden mit dem, was ich in dieser Zeit geschafft habe.

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Auf zu neuen Orten

Imagem Escrito em 28.06.2020 de Laura Oberjatzas
Equipe: Essbares Langenbach e.V.
Município: Langenbach im Landkreis Freising

Nach dem holprigen Start am Montag in mein neues, autoloses Radfahrerinnen-Dasein geht es dann richtig gut weiter. Die entspannte Runde an dem Montag Abend war definitiv die richtige Entscheidung, denn dank dem Erfolgserlebnis bin ich ganz wild darauf, mir das E-Bike noch einmal auszuleihen.

Am Mittwoch habe ich dann gleich Mal am Morgen einen Termin in Freising. Erst wollte ich lieber mit dem Zug fahren, weil mich die verpasste Tanzstunde immer noch gewurmt hat, aber dann hat die Euphorie der abendlichen Radl-Runde doch gesiegt: ich kann nur hoffen, dass Susanna mir meine Sprunghaftigkeit verzeiht, wenn ich ihr eine Stunde vor meinem Termin schreibe, ob ich in einer halben Stunde das E-Bike haben darf. Aber Powerfrau, die sie ist, hat sie mir nichts dir nichts den Akku geladen, das Rad startklar und auch noch die Ruhe weg, mit mir einen Ratsch zu halten.

Und dann bin ich wieder unterwegs: auf dem E-Bike durch Langenbach, ab auf den Radweg, entlang an den Feldern (und der ehemaligen Bundesstraße), bei Marzling abgebogen, Abzweigung verpasst, umgedreht, über eine kleine Brücke und plötzlich: kein Autolärm mehr, keine Häuser, dafür plätschert rechts die Moosach und ich höre die Grillen zirpen und die Vögel zwitschern. Ein Insekt klatscht gegen meine Stirn. Ich bin in der Natur angekommen. Kurz genieße ich es, dann kommen schon die Kleingärten von Freising, an einem Spielplatz vorbei, den ich unbedingt meinem Sohn zeigen muss, und schon sind wir da: Freising Stadt. Kurz bin ich verwirrt, Radwege sind schlechter ausgeschildert als Straßen und gilt die Ampel dort auch für mich oder nur die Autos?!

Ich komme aber heil bei meinem Ziel an, Parkplatzsuche gestaltet sich einfach, Schloss dran, Helm ab, Frisur sitzt. Ich fühle mich ganz frisch und locker.
Danach habe ich mich mit den Kindern und meinem Mann dann in Freising getroffen. Paar Einkäufe, Mittagessen, bisschen schlendern, schon ging es wieder heim: Mann und Kinder im Auto, ich auf dem Rad.

Auf dem Heimweg bewundere ich noch einmal die Kleingärten und versuche mir paar Ideen für unseren Gemeinschaftsgarten zu merken. Ich bin ganz begeistert, was für eine schöne Strecke es dort für Radfahrer*innen gibt. Wieso bin ich hier noch nie entlang gekommen? Richtig, weil ich immer mit dem Auto fahre. Ist mit zwei kleinen Kindern natürlich auch praktisch - Kinderbetreuung müsste ich nämlich für solche "Ausflüge" schon organisieren (zum Glück ist mein Mann aktuell im Home-Office). Und da der kleine Kleine erst paar Mini-Monate alt ist, sind die Zeitfenster, in denen ich von ihm räumlich getrennt sein kann und will, noch Recht klein.

In Marzling bin ich schon wieder so im E-Bike-Rausch, dass ich spontan beschließe, eine andere Strecke heimzufahren. Ich biege rechts ab, dann links, dann holpere ich über einen Feldweg und frage mich, was in mich gefahren ist: erst freiwillig radeln, dann freiwillig Umwege nehmen und dann dabei auch noch positive Gefühle hegen! Schon bin ich auf einer bekannten Straße abgekommen und radel gut gelaunt Richtung Heimat. Kurz nach meinem Mann komme ich daheim an. Mit dem Rad - na gut, mit dem E-Bike braucht man echt nicht sehr viel länger als mit dem Auto. Ich bin begeistert!

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Bergauf, bergab

Imagem Escrito em 27.06.2020 de Laura Oberjatzas
Equipe: Essbares Langenbach e.V.
Município: Langenbach im Landkreis Freising

"Verdammte Axt!" - ich fluche und schnaufe während ich das doofe E-Bike mit dem nicht funktionierendem Motor den blöden Hügel hochschiebe, mit dem Wissen, dass mein Sohn in weniger als 30 Minuten in den 30 Minuten entfernten Tanzstudio sein soll. Der sitzt bequem mit seinen fast 20 Kilo auf dem Gepäckträger im Kindersitz. Natürlich ist es heute auch noch besonders schönes Wetter, der Schweiß läuft mir über's Gesicht und den Rücken herunter. So eine Sche... Wieso habe ich mich nur leichtfertig darauf eingelassen als Radelstar beim Stadtradeln mitzumachen?! Radeln ist eigentlich gar nicht meines und an einem "normalen" Montag würde ich entspannt in 10 Minuten daheim mit dem Auto losfahren, Fenster auf, Haare im Wind.

Gestern habe ich der Zeitung noch gesagt, dass die Tour zum Tanzstudio meine erste große Herausforderung beim Stadtradeln wird und heute früh habe ich mich schon richtig darauf gefreut, weil eine Freundin so lieb ist, mir ihr E-Bike zu leihen. Das E-Bike! Das bergauf geschoben schwerer ist als mein klappriges Damenrad! Das einfach nicht anspringen mag!

Naja... Nach einer halben Stunde fluchen, hilflosen Reperaturversuchen und lächerlichen 4,3km gebe ich auf. Mein Sohn ist enttäuscht: "dann gehe ich eben zu Fuß, Mama!" sagt er 5 Minuten nach Unterrichtsbeginn, 20 Radel-Minuten entfernt vom Ziel und stapft los. Ich bin auch enttäuscht. So ein blöder Start ins Stadtradeln. Zumindest geht es auf dem Rückweg bergab.

Daheim fülle ich erst einmal meine Wasser-Reserven auf (und kann meinen Papa spotten hören: "es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd...") und suche dann online nach einer Lösung meines E-Bike-Problems. Wenige Minuten später geht das Rad wieder. Ich könnte kotzen. Jetzt erst einmal das Kind wieder glücklich machen. Danach sehen wir weiter.

Am Abend, bevor ich das Bike zurückbringe, denke ich mir, ich drehe noch eine kurze Runde, jetzt wo der Motor wieder geht. Den blöden Hügel rauf! Nur so zum Trotz!
Und so fahre ich los. Ganz entspannt, Richtung Hügel. Gang rauf schalten, bisschen fester strampeln, der Motor surrt. Da vorne geht es bergauf! 5 junge Männer, mehr oder weniger sportlich, auf ihren Rädern vor mir auf dem Radweg. Ich schalte einen Gang runter, eine Motor-Stufe rauf und .. schnurre auf meinem schicken Bike lässig und entspannt an den Jungs vorbei, den Wind um die Nase, wir grüßen (ich ganz locker und alle schnaufen zurück) und schon bin ich außer Sicht. Ha! Das ist also das E-Bike-Feeling, das so süchtig machen soll!

Oben auf dem Hügel halte ich an. Diesmal nicht, weil der Motor Probleme bereitet oder ich vor Anstrengung keine Luft mehr bekomme. Sondern weil die Aussicht richtig schön ist! Sonnenuntergang, Felder, roter Mohn, weiße Kamille und blaue Kornblumen. Was heute früh noch Ort von wüsten Ausdrücken und Verzweiflung war, wird in diesem Augenblick zu einem "Lieblingsplatz Langenbach". Ich halte also an, um ein Foto zu machen, da kommen die jungen Männer völlig schlapp und außer Atem an. Die machen jetzt erst einmal Pause auf einer kleinen Bank. Das brauche ich nicht. Ich habe mir meine Energie ja gut eingeteilt: der Akku vom Radl ist noch voll.

Und so geht's weiter. Eine richtig schöne, entspannte Runde quer durch und rund um den Ort herum. Einfach bisschen radeln. Dabei bin ich gar nicht so die Radfahrerin - so habe ich das jedenfalls gestern noch den Leuten von der Zeitung gesagt. Na, das fängt ja gut an!

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