Blogue da celebridade da campanha PEDALACIDADE: Marl in der Metropole Ruhr


3 Wochen ohne Auto

Escrito em 15.06.2019 de Werner Müller
Equipe: CDU Radeln für Marl
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Na ja, drei Wochen gehen bei solchen Veranstaltungen anscheinend noch schneller ins Land (gefühlt) als sonst. Ansonsten viele neue Marler Bürger kennen gelernt und nette kurze aber auch längere Gespräche geführt. Nicht immer Politisch, aber die meiste Zeit und fast immer vom Bürger ausgehend.
Fazit: Fahren mit dem Fahrrad in Marl hat etwas mit einer Nahkampfausbildung bei der BW zutun. Reaktionsvermögen ist eine der Grundvoraussetzungen für unfallfreies Fahren und das Überleben im allgemeinen.
Dazu kommen, wie bereits allgemein bekannt die katastrophalen Radwege in Marl, die an vielen Stellen ein befahren fast unmöglich machen. Dazu kommt wenn man an machen Stellen dann auf die Straße wechselt findet man oftmals die gleiche Schlaglochparade vor. Aber es soll sich ja vieles ändern. Trotz allem hat es großen Spaß gemacht.

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16. Tag / Sonntag, 9.6.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Pfingstsonntag. Wir sind bei den Schwiegereltern eingeladen zum Grillen und radeln mit der ganzen Familie hin.
Um 22.30 Uhr breche ich mit einem Kumpel zur Nacht-Radtour auf. Quer durch Polsum, dann ins Fachwerkdorf Westerholt, zurück über Gesenkirchen. Zwischendurch schöne Stopps mit Quatschen und einer Hopfenkaltschale.

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15. Tag / Samstag, 8.06.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Es ist Samstag. Die zweite Woche des Stadtradelns ist um. Ich habe 301,1 Kilometer zurückgelegt in dieser Woche. 42,76 Kilogramm C02 eingespart, das ist doch was.

Heute soll unsere zweite "Tour de Rennbach"-Tour starten. 70 Kilometer nach Raesfeld. Doch es ist Regen angekündigt. Macht nix! Aber die vorhergesagten Orkanböen machen uns Sorgen. Plötzlich ruft eine Frau uns zur Hilfe. Eine weggeworfene Zigarette ist durch den Wind wohl angefacht worden und hat ein mit Mulch abgedecktes Beet in Brand gesetzt. Meine Teamkollegen und ich holen einen Eimer Wasser aus dem Café des Seniorenheims am Dorfplatz und löschen den Kleinbrand.
Dann brauchen wir auch erstmal ´nen Kaffee. Dabei wird klar, dass sich unsere Teammitglieder mehr Austausch unter den verschiedenen Stadtraden-Gruppen wünschen. Trotz der Konkurrenz um die meisten Kilometer, haben wir ja ein gemeinsames Ziel: Zusammen was erreichen für den Klimaschutz und für mehr und bessere Radwege in Marleintreten.
Eine gute Idee, finde ich und schreibe die anderen Gruppen an und lade sie nochmal persönlich ein zur letzten "Tour de Rennbach"-Tour am Mittwoch den 12. Juni. "Radverkehr unter der Lupe". Gemeinsam wollen wir Marl erkunden. Wie sicher kann man mit dem Rad zur Schule kommen? Wie zum Einkaufen? Wo gibt es besondere Probleme, wo gibt es bereits positive Entwicklungen? Auch den Bürgermeister lade ich ein, die Baudezernentin und ihre Mitarbeiter, den Verkehrs- und den Stadtplanungsausschuss.

Wir haben das Gefühl, dass vom gemeinsamen Stadtradeln jetzt ein Impuls ausgehen muss. Wir wollen nicht warten bis zum nächsten Jahr. Das Thema Radmobilität und Sicherheit muss in Marl ab sofort eine größere Rolle spielen. Zumal Marl ja nun den Klimanotstand ausgerufen hat und es keine klimafreundlichere Fortbewegung gibt als zu Fuß oder mit dem Rad.
Meine Idee: ein unabhängiger Bürger-Radverkehrs-Kongress", der Erfahrugnen und Ideen bündelt und dadurch die Politiker unseren Stadtmit wichtigen Erfahrungen unterstützen kann.

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14. Tag / Freitag, 7.6.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Als ich heute von Brassert nach Hause radle, fallen mir die Umleitungsschilder auf. Da auch die Autobahnauffahrt "Frentrop" der A52 gesperrt ist und die nächste in Brassert auch bald zugemacht wird, ist das ein ziemlicher Verkehr vor unserer Haustür. Wenigstens hat Straßen NRW meine Stoßgebete gehört und schneidet das Gras, damit Fußgänger wenigstens ab und zu auf den Grünstreifen ausweichen können. Laufen können sie dort nicht, weil sie dann bei Regenwetter nasse Füße haben.
Am Nachmittag fahren meine große Tochter und ich zum Stadtkern. Sie fährt zum Tanzschulunterricht, ich muss ins Rathaus. Wir sind trotz der fünf Kilometer ratzfatz mit dem Rad im Zentrum, weil wir quer durch die Siedlungen abkürzen, kaum Ampeln haben und an der Hervester Straße über die Zalegeregersegg-Brücke nehmen. Die Abkürzung über die Josefa-Lanzuga-Allee ist eine Bereicherung. Sollte sie wegfallen wegen der geplanten Straße und Parkplätzen für das Einkaufzentrum, wäre das ein gravierender Nachteil für die Radfahrer.

Im Rathaus: Die Bündnisgrünen haben zur "1. Marler Klimakonferenz" geladen. Das will ich mir anhören. Zumal in Marl gerade erst der Klimanotstand ausgerufen wurde. Auch Vertreter von SPD, CDU, AFD sind gekommen. "AFD? Heißt das Artenschutz für Deutschland?" witzelt einer der Teilnehmer.
Gute Gruppenarbeit. In unserer gehts um Mobilität: (z.B. Mehr Radverkehr / marode vierspurige Straßen auf eine Spur pro Richtung begrenzen / alle Menschen in Marl an den ÖPNV anbinden) und um Stadtentwicklung (u.a. Mehr Grünzüge für das Mikroklima / wegfallende marode Autospuren in Grünzüge verwandeln). Ich freue mich, dass das Radfahren auch bei anderen Leuten so eine große Bedeutung hat. Und dass Vertreter mehrerer Parteien gekommen sind. Wäre schön, wenn mal alle am runden Tisch säßen...

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13. Tag / Donnerstag, 6.6.2019-

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Mir fällt auf, wie sicher unsere jüngste Tochter inzwischen auf dem Rad geworden ist. Knapp eine Woche nach ihrer "Fahrradführerschein-Prüfung" in der Schule macht sie das richtig klasse. Sie weiß, wer Vorfahrt hat und pocht nicht auf ihr Recht. Das ist auch gut, denn an der Kreuzung Markenweg / Rennbachstraße, wo täglich rund 300 LKW zur Firma SARIA fahren, nehmen uns die meisten die Vorfahrt, wenn wir ihnen an dieser Stelle begegnen. Marieke weiß, dass sie Vorfahrt hat, aber es besser ist, sicherheitshalber erst zu fahren, wenn die LKW halten. Das tun aber nur ganz wenige. Vielleicht denken die, dass sie auf einer Vorfahrtstraße sind. Sind sie aber nicht!Ich habe echt Lust, dort mit Kreide einen Zebrastreifen aufzumalen, auch wenn das die Kreidevorräte der ganzen Republik aufbrauchen würde.

Mittags radele ich nach Hüls. Ich habe einen Interviewtermin mit den Betreibern der "Loe Studios". Es gibt ein Vorgespräch für einen Beitrag für WDR 5, in dem ich mich mit Kinos in Nordrhein-Westfalen befasse. Obwohl ich halb Marl durchquere, geht das relativ schnell. Ich folge der Schachtstraße dreieinhalb Kilometer bis zum Gelände der ehemaligen Zeche Brassert. Dort beginnt die Bahntrasse, über die man bequem die Stadtteile Drewer und Hüls erreichen kann. Leider ist es dort manchmal recht düster und es treffen sich Gruppen, um Alkohol zu trinken, weshalb diese ansonsten sehr schöne Strecke auch als Angstort gilt. Da muss unbedingt was dran getan werden, finde ich.

Nach dem Interview geht es weiter zum Rathaus zur Ratsitzung, die ich regelmäßig als Pressevertreter beobachte. Themen heute unter anderem: ein Mehrweg-Becher, den die CDU einführen will, um den Verpackungsmüll einzudämmen. Außerdem die Anträge von Bündnis 90/Die Grünen und von SPD und DIE LINKE, die den Klilmanotstand in Marl ausrufen wollen. Schon beim Becher eiern die Parteien eine Dreiviertelstunde rum. Kopfschütteln bei vielen Besuchern im Zuschauerraum. Wenn die sich schon bei einem Mehrwegbecher in die Haare kriegen, wie wird das erst bei Klimaschutzideen?

Um 17.30 startet unsere erste "Tour de Rennbach"-Spezial-Tour beim Stadtradeln ab dem Dorfplatz Polsum. Ich mache mich also auf die Socken. Heinz Borgmann aus unserem Team hat eine 30-km-Strecke durch "das unbekannte Gelsenkirchen" ausgearbeitet. Ich erlebe tatsächlich Gelsenkirchen wie ich es noch nicht kenne. Nur grüne Ecken. An der 7-Schmerzen-Kapelle stoßen wir auf eine radelnde Pilgergruppe aus Gladbeck. Anschließend gehts für uns zum Rhein-Herne-Kanal, über die "Grimberger Sichel", die einen atemberaubenden Blick ermöglicht.
Dann radeln wir zum Hafen Bismarck, wo ein moderner Yachthafen entstanden ist. Wir schlecken Eis, gönnen uns einen heißen Kaffee und plaudern über Gott und die Welt. Dann gehts zurück nach Polsum, ins schöne Landschaftsschutzgebiet Rennbach. Doch vorher erleben wir noch die untergehende Sonne über Gelsenkirchen, die tolle Lichteffekte auf Emscher und Rhein-Herne-Kanal zaubert.

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12. Tag / Mittwoch, 5.6.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Ab heute läuft die Umleitung direkt über die Schachtstraße (L601) vor unserer Haustür. Wir sind echt geschockt, denn dass es so viele Autos werden, hätten wir nicht gedacht. Alle 20 Minuten fährt auch ein Linienbus vorbei. Er ist relativ leer, so dass da auch noch ein Plätzchen für mich frei wäre, muss ich schmunzeln. Bin gespannt, wann die Antwort der Vestischen kommt.

Ich bringe Marieke mit dem Rad zur Overbergschule. Es dauert eine Weile, bis wir starten können, denn es kommen von beiden Seiten viele Fahrzeuge über unsere Straße. Weil das Gras an den Straßenrändern so hoch ist, ist die Sicht auf den nachfolgenden Verkehr für Marieke nicht optimal.

Wiir biegen in den Markenweg, der Richtung Osten abknickt und sich rund 300 Meter von der Schachtstraße entfernt.Für uns ist das jetzt eine gute Alternative, denn wir wollen nach Alt-Marl. Würden wir nach Brassert wollen, wäre das ein Umwelt von 300 Metern und im Alltagsverkehr nicht praktikabel.


Anschließend besuche ich meine Mutter und fahre direkt über die Schachtstraße zurück nach Hause. Da ich auf der L601 ja auf der Fahrbahn fahren muss, werde ich von vielen Autos mit nur geringem Abstand überholt, weil uns ja auch Fahrzeuge entgegenkommen und nicht überholt werden kann. Es wäre sicherer, wenn ich weiter mittig auf der Fahrbahn radeln würde, dann kämen die nachfolgenden Wagen gar nicht erst in Versuchung, sich an mir vorbei zu quetschen. Aber die Straßenoberfläche hat so viele Schlaglöcher, dass es zu gefährlich ist.

Am Nachmittag mache ich eine entspannte Radfahrt durch die Wälder

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11. Tag / Dienstag, 4.6.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Heute ist Dienstag. Ich strample mit der Kleinen zur Overbergschule. Bei gutem Wetter ist das echt klasse. Man kommt durch das Bauerndorf Frentrop, wo es sogar noch Kühe auf der Wiese gibt. Je nachdem wie gerade der Wind steht, kann man verschiedene Gerüche wahrnehmen. Die blühenden Felder, Kuhmist, den Schweinestall oder den widerlichen Gestank der Firma, die täglich angeblich 300 Tonnen Schlachtabfälle verarbeitet. Irgendwo müssen die Schlachtabfälle hin, sagen die Leute. Das sind so Momente, in denen ich froh bin, dass ich seit 2012 keine tierischen Produkte mehr konsumiere. Hätte nie gedacht, dass ich mal vegan leben würde. Mir geht es seitdem gesundheitlich besser und ich bin froh, dass ich auch in diesem Punkt etwas für den Klimaschutz mache. Hinzu kommen ja auch noch Probleme mit der vielen Gülle und dem verunreinigten Trinkwasser... Natürlich gibt es Leute, die anderer Meinung sind, aber das sollen sie ruhig sein. Mir ist es aber wichtig, nicht nur zu meckern, sondern selbst etwas zu tun, wo ich was machen kann.
Sobald ich meine Tochter an der Grundschule abgesetzt habe, radele ich weiter zum Seniorenzentrum und besuche meine Mutter. Anschließend gehts wieder nach Hause ins Büro. Irgendwie komisch, wenn man seinen Wagen vorm Haus stehen sieht und ihn gar nicht vermisst.

Beim Zeitunglesen fällt mir ein, dass ab morgen die Anschlussstelle Marl-Frentrop der A52 gesperrt wird. Dann leiten die auch den Verkehr der B225 um. Direkt an meiner Haustür vorbei. Das wird hart die nächsten drei Monate. Aber etwas Gutes gibt es doch: Der Schnellbus SB 25 und der Nachtexpress NE3 fahren direkt vor meiner Haustür vorbei. Und die alte Haltestelle, die gegen unseren Protest seit 10 Jahren nicht mehr angefahren wird, hat endlich wieder einen Sinn. Ich rufe die Hotline der Vestischen Straßenbahnen GmbH an, um zu fragen, ob wir dort zu- und aussteigen können. Ich solle eine Mail schreiben. Mache ich:

Guten Tag, ich habe eine Frage zur Umleitung des SB 25 und des NE 3 über die L601 (Schachtstraße).
Diese Busse fahren wie ich heute erfahren habe, ab morgen (05.06.2019) drei Monate lang an meiner Haustür vorbei, wo die Haltestelle Leusheider Weg noch vorhanden ist, die leider seit der Einstellung des 287er nicht mehr angefahren wird.
Wäre es möglich, in den nächsten drei Monaten dort zuzusteigen bzw. auch auszusteigen?
Ich habe gesehen, dass Sie auf Ihrer Internetseite "Halten auf Wunsch" anbieten.
Das wäre für uns klasse, zumal für meine Kinder, meine Frau und mich die Haltestelle für den SB 25 und den NE 3 einen Kilometer entfernt sind und an unserer Straße leider weder Fuß- noch Radweg vorhanden sind, um diese zu erreichen.
Vielen Dank für eine Rückmeldung.



Das wäre zumindest in den nächsten drei Monaten eine gute Lösung. Ich könnte sogar mit dem Rad einsteigen und bis nach Dorsten, Marl oder sogar Recklinghausen HBF durchfahren. Dann in Züge einsteigen und nach Essen.
Auch für meine Frau und die Kinder wäre das klasse, weil sie dann nicht mehr zu Fuß oder mit dem Rad über die gefährliche Landstraße müssten.
Ich hoffe sehr, dass die Vestische das unbürokratisch und bürgerfreundlich regelt.
Schon am Nachmittag bekomme ich eine erste Antwort:

Ihre Kundeneingabe - Linien SB25 und NE3

Sehr geehrter Herr Vortmann,

Ihre Frage nach einem Halt an dem Leusheider Weg haben wir an die zuständige Verkehrsplanung weitergeleitet.

Bitte haben Sie etwas Geduld.

Sobald wir von dort die Stellungnahme erhalten haben, werden wir Ihnen ausführlich antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundendialog-Team der
Vestischen Straßenbahnen GmbH

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10. Tag / Montag, 3.06.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Heute ist Welttag des Fahrrads. Man könnte den Tag auch "Hasstag des Weckers" nennen. Denn als er um halb Vier klingelt, könnte ich glatt noch liegen bleiben. Doch ich muss raus. Um spätestens 5 Uhr 15 muss ich in Essen im WDR-Studio sein.

Während ich mein Müsli esse und durch das Fenster in die Dunkelheit starre, erhellen helle Lichter über den Wolken die Nacht. Meine App sagt ein heftiges Gewitter und Starkregen voraus. Mir wird etwas mulmig. Aber ich werde nicht aufgeben. Außerdem bin ich bereits in voller Radlermontur: Regenjacke, Regenhose, Warnweste, Helm, sogar Gamaschen habe ich an und bewege mich schwerfällig zur Haustür.
Wenn man auf dem Rad sitzt, ist es nur noch halb so schwer. Außerdem habe ich keine Alternative. Ein Bus fährt bei uns nicht. Mein Auto ist nicht erlaubt. Und beamen - geht noch nicht. Leider!
Als ich die ersten 500 Meter von 27 Kilometern hinter mir habe, kracht ein heftiges Gewitter los. Ich denke gar nicht mehr länger nach. Hier - unter den hohen Bäumen- kann ich nicht bleiben. Mit dem Rad nach Essen - geht nicht. Also brettere ich über den von Schlaglöchern und Bodenwellen durch Wurzeleinwuchs durchzogenen Leusheider Weg nach Hause. Angsterfüllt, dass mich jeden Moment der Blitz treffen kann.
Ich frage mich, was ich hier bei Gewitter eigentlich auf dem Fahrrad mache...
Meine Frau und meine Große Tochter stehen in der Tür und erwarten mich. Sie hatten mich angerufen, aber ich das Handy gar nicht gehört bei dem Gewitter. Schweren Herzens muss ich den Wagen nehmen. Die Todsünde. Das, was ein "Stadtradeln-Star" in den 21 Tagen auf keinen Fall tun sollte. Aber alles andere wäre jetzt unvernünftig und gefährlich.

Ja, ich sündige gerade und nehme den Wagen. Geht nicht anders.

Nach der Arbeit mache ich alles wieder gut: mehr als 60 Kilometer Radtour und die Autokilometer sind vergessen.

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9. Tag / Sonntag, 2. Juni 2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Heute ist mal eine längere Tour geplant: Marl-Düsseldorf-Marl. Die Volksinitiative "Aufbruch Fahrrad" will die gesammelten Unterschriften für mehr und bessere Radwege der Landesregierung überreichen. 2006.687 Menschen aus ganz NRW haben dafür unterschrieben. Ich soll darüber für WDR2 berichten. 14.30 Uhr bin ich live auf Sendung.
Sicherheitshalber nehme ich mein Pedelec, denn ich bin spät dran. Als ich mit "Turbo"-Unterstützung in Essen ankomme, ist der Akku schon halb leer. Das kann ja heiter werden.
Vor dem Hauptbahnhof sind schon 130 Leute da. Bunte Luftballons, Spruchbänder, Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder... Gemeinsam fahren wir zur Messe Essen, nehmen uns den Platz und fahren in der Gruppe über die Straße. Ordner aus dem Team sichern die Seitenstraßen, so dass wir in "Kolonne" auch bei rot geschlossen über die Kreuzung kommen. An der Gruga kommen viele hinzu, später noch in Mülheim und Duisburg. Ab da werden wir von der Polizei eskortiert. Hat schon was von Tour de France, wie wir durch die Kreisverkehre Fahren und man bis zum Horizont nur Radfahrer sieht... "Tour de Rennbach" trifft Tour de France, muss ich schmunzeln.
Unterwegs treffe ich Jochen, den ich am alten Bahnwärterhäuschen in Gelsenkirchen kennengelernt habe. Von da an radeln wir zusammen. Da er mit einem etwas älteren Damenrad unterwegs ist, schalte ich den Akku ab. Habe sowieso kaum noch Energie ;)
Nach der Liveschalte für WDR 2 kommen wir am Landtag an. Mehr als 5.000 Menschen sind da und feiern die Übergabe der Unterschriften an NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser. Als "radelnder Reporter" bin ich ihr schon des Öfteren begegnet. Als "Stadtradeln-Star", das ist neu.
Dann gehts zurück am Rhein entlang. Mit vielen Pausen für Fotos am Wegesrand. Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen, Marl. Am Ende habe ich 159 Kilometer auf dem Kilometerzähler und Blei in den Beinen. Die Uhr zeigt 1 Uhr 49. Und um Fünf muss ich wieder in Essen sein. Meine erste Liveschalte für COSMO ist um zehn nach Sechs. Mein Redakteur und ich wollen ab 5 Uhr am Telefon nochmal letzte Absprachen treffen.

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8. Tag / Samstag, 1. Juni 2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Jetzt ist schon eine Woche Stadtradeln rum. Ich habe 341,2 Kilometer zurück gelegt. Gut, da waren auch ein paar Radtouren dabei. Aber für die meisten Strecken hätte ich sonst wohl den Wagen genommen. Die Stadtradeln-App bilanziert: Mehr als 48 Kilogramm C02 habe ich eingespart. Puh, das ist eine Menge! Auf der Stadtradeln-Seite kann ich auch checken, wie viele Liter Benzin ich gespart habe: 55,5 Liter und rund 83 Euro. Noch nicht enthalten sind Verschleiß und Parktickets. Ist ja eine Menge Geld!

Heute mache ich nur eine kleinere Tour zur Burg Lüttinghof in Gelsenkirchen und dann durch den Wald an der Halde vorbei bis zu den Chemieanlagen in Scholven. Unterwegs ganz viel Flatterband. Polizeiabsperrung? Ein Verbrechen? Nein, "nur" Eichenprozessionsspinner.
Dann entdecke ich in der immer noch warmen Abendsonne ein Pony mit Skianzug. Vermutlich Schüttelfrost.

Auf dem Rückweg dann der Schock: im Landschaftsschutzgebiet Rennbach entdecke ich auf der Hülsdauer Straße eine riesige wilde Müllhalde. Jemand hat eine Anhängerladung Bauschutt abgekippt. Und das nur wenige Meter neben dem "Landschaftsschutzgebiet"-Schild. Bin so sauer, dass ich die Polizei alarmiere und Anzeige erstatte. Die kommt auch raus und macht sich auf die Suche nach der Umweltsau.

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7. Tag / Freitag, 31.05.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Frühschicht. Der Wecker klingelt um 2 Uhr 45. Um kurz nach 3 sitze ich am Frühstückstisch, stochere in meinem Müsli und zähle die Luftblasen auf dem Kaffee. Wenigstens soll es nicht regnen. Als ich um 3 Uhr 30 auf mein Pedelec steige, ist es dunkel - aber angenehm warm.
Das Surren meines Motors und die gleichmäßige Beinbewegung versetzen mich fast in Trance. So fliegen Marl-Polsum, Gelsenkirchen-Scholven, die Fachhochschule Gelsenkirchen, der Stadtteil Schaffrath und das Schloss Horst gefühlt in Lichtgeschwindigkeit an mir vorbei. Kurz vor Essen-Altenessen halte ich auf der Emscher-Brücke, weil die Sonne gerade aufgeht. Tolles Foto um kurz vor Fünf. Das Ruhrgebiet wird wach und ich bekomme die volle Dröhnung Emscherluft. Ein Gruß aus den Badezimmern der Region. Schnell weiter!
Kurz vor 5 stehe ich unter der Dusche bei der Arbeit und gehe mit guter Laune und vorerst hellwach an die Arbeit.

Auf dem Rückweg nach Marl erlebe ich drei Beinahe-Unfälle. Autos, die vom Parkplatz fahren und mich auf dem Radweg übersehen. Ein Wagen, der rechts abbiegen will, zwingt mich zur Vollbremsung. Der Fahrer verschwindet einfach, ohne sich zu entschuldigen. Ich hinterlasse gefühlt fünf Meter schwarzen Bremsstreifen auf dem Asphalt. Bin gerade in Autohasser-Stimmung und ärgere mich, dass jemand Auto und Wohnwagen auf dem Radweg abgestellt hat.

Aber ich bin ja auch Autofahrer. Also wieder runterkühlen. Am besten am Kanal lang bis zur Zeche Nordstern in Gelsenkirchen. Relativ wenig los auf den Straßen heute. Nutzen wohl alle den Brückentag denke ich und muss schmunzeln. Denn ich stehe gerade auf der Brücke der Autobahn in Schaffrath. Da unten auf der A2 stauen sich oft die Autos. Ein erhabenes Gefühl, dass mir das mit dem Rad nicht passieren kann. Ich kann jederzeit anhalten, umdrehen, wann und wo ich will.

Nachmittags mache ich mit Frau und unserer Kleinen noch eine Radtour zu den "Schweinchen". Wir verfüttern ein paar Brotscheiben, genießen in Polsum bei der Eisbombe noch ein leckeres Fruchteis. Anschließend weiter durch den angenehm kühlen Wald zur Burg Lüttinghof. Pech: Tor wird vor unserer Nase abgeschlossen. Wenigstens ein paar Sonnenuntergangsfotos an einem schönen Kornfeld können wir noch machen, bevor es heimwärts geht.

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6. Tag / Donnerstag, 30.5.2019

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Vatertag. Leckeres Frühstück und dann Pläne schmieden. Ich darf heute aussuchen, was wir machen. Ich: "Radtour!" Kinder möppern. Ich frage sie, ob sie Vatertag haben oder ich. Kinder stimmen zu, dass ich Vatertag habe, also radeln wir los ;)
Der Vater hat eine grandiose Tour nach Dorsten geplant. Mit Picknick auf den Lippedeichen, Tierheimbesuch, Industriekultur-Visite in der Maschinenhalle der ehemaligen Zeche Fürst Leopold und eine leckeres Menue im Glückauf-Grill in der Zechensiedlung.
Auf dem Hinweg müssen wir über die Rennbachstraße, die nach dem Landschaftsschutzgebiet benannt wurde. Eine Buckelpiste. Die Bandscheibe hat Kirmes.
Dann geht es gemütlich weiter durch die Marler Heide, wir genießen die frische Waldluft, überqueren die wilde Lippe. Das Rauschen des Wassers wird übertönt von einer Vatertagsgruppe mit Bollerwagen und Schlagersongs im Düsenjäger-Dezibel-Bereich.
Am Polderkunstwerk auf dem Lippe-Deich genießen wir von mir geschnippelten Apfel, Kekse und Salzstangen. Ich habe heißen Tee dabei, weil es bedeckt und relativ kalt ist. Vor uns haben feiernde Väter ihren Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen und überall Bierdosen liegen lassen. Ist auch kein Abfalleimer weit und breit. Meine Töchter sammeln die Dosen ein und wollen ihr Taschengeld aufbessern. Sind Pfanddosen.

Dann der Supergau: Tierheim geschlossen. Stattdessen davor ein Weltrekordversuch im Mülltonnen-in-einer-Reihe-Aufstellen. Auch das Museum der Zeche Fürst Leopold ist zu. Auch meine Lieblings-Ruhrpott-Pommesbude. Ist halt Feiertag.
Ich armer Vater!

Also zum Lieblings-Döner-Mann und danach in einer extra langen Tour ("Kinder, ich kenn da ´ne Abkürzung!") durch den Barloer Busch nach Hause.

Doch unser Vatertag auf dem Rad ist noch nicht beendet. Meine Frau Nicole und ich radeln zu ihrem Vater. Vatertag ist auch Schwieger-Vater-Tag. Die große Blume, die wir ihm schenken, passt sogar in ihre Fahrradtasche und übersteht die 6,5 Kilometer unbeschadet. Unterwegs auf einem Acker glotzt eine Vogelscheuche irritiert, als wollte sie sagen: "Echt beeindruckend, was man alles schaffen kann - ohne Auto!"

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5. Tag / Mittwoch, 29.5.2019

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Equipe: Tour de Rennbach
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Mal wieder so ein Schreibtischtag. Da kommt mir die Radtour am späten Nachmittag gerade recht. Ich fahre Richtung Altendorf-Ulfkotte über die L601 und werde eng überholt. Ich ärgere mich darüber, dass hier kein Radweg ist. Dass einer möglich wäre, haben die Straßenbauer unter Beweis gestellt. Aber warum haben sie es denn nicht durchgezogen?
(Foto) Plötzlich verschwindet der Fahrradstreifen einfach unter Gras. Geht nicht, gibts nicht. Wer will, der kann auch, sagte mein Vater immer. Er hieß Johannes, so wie sein Patenjunge, mein Cousin, der auf dieser Geh- und Radweglosen Straße als 18-jähriger Radfahrer tödlich verunglückt ist.
Auch meine Mutter hatte hier einen schweren Radunfall. Da waren mein Bruder und ich elf und 13. Sie ist von diesem Tag an nie wieder auf das Fahrrad gestiegen. An dieser Stelle wir mir nochmal klar, wie wichtig es ist, dass ich mich für einen Radweg einsetzen muss. Dass wenigstens meine Töchter hier bald sicher, umweltfreundlich, gleichberechtigt und selbstbestimmt mit dem Fahrrad fahren können.

Meine Tour geht weiter, an der Schleuse Dorsten vorbei, über die Lippedeiche zur Zechensiedlung Hervest. Eine kurze Rast an der ehemaligen Zeche Fürst Lepold und dann wie magnetisch angezogen nach Dorsten zu meinem Lieblings-Falafel-Taschen-Mann. Im Stadtzentrum wird gerade eine Bühne für ein Fest aufgebaut. Ich genieße mein Abendessen an einem der leeren Tische vor der bunt erleuchteten Bühne. Dort probieren sie das Licht aus und machen einen Soundcheck. Nur für mich! Als ich heimkomme, ist schon nach Mitternacht.

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4. Tag / Dienstag, 28.05.2019

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"Stadtradeln, wir haben ein Problem!" Meine Frau arbeitet heute bis abends. Sie könnte die Kinder (9 und 14 Jahre) zwar wie meistens mit dem Wagen zur Schule fahren, aber halt nicht abholen. Ich habe heute zwar Homeoffice-Tag, aber da ich auf das Auto verzichten muss, kann ich die Kids halt auch nicht abholen.
Fahrradfahren? Nein! Draußen regnet es stark, daher möchten die Kinder nicht mit dem Rad fahren. Kann ich verstehen.
Jetzt rächt es sich, dass vor Jahren gegen unseren Protest der Schulbus für die rund 20 Kinder am Stadtrand gestrichen wurde und auch der Linienbus (287er) eingestellt wurde. Die Bushaltestelle "Leusheider Weg" schräg gegenüber gibt es zwar heute noch, aber es fährt halt kein Bus mehr. Die nächste Bushaltestelle in Richtung Marl ist etwa 1,3 Kilometer entfernt.

Noch eine Idee: Nicole nimmt die Kinder wie meistens mit dem Auto mit und setzt sie am Albert-Schweitzer-Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) und an der Overbergschule ab. Sie nehmen mittags den Bus, ich erwarte sie oben an der Bushaltestelle und wir drei laufen dann den Kilometer an der Landstraße nach Hause. Geht aber nicht, weil es keinen Fußweg gibt und an den Straßenrändern das Gras meterhoch ist. Also müsste man auf der Fahrbahn laufen. Und da haben sich große Pfützen gebildet, die nicht ablaufen. Nein, danke!

Also bitten wir meine Schwägerin, die Kinder von der Schule abzuholen und mit dem Wagen her zu bringen. Schon ätzend, dass man ohne Auto vieles nicht machen kann, seit Schulbus und Linienbus gestrichen wurden.
Am Nachmittag machen mein Kumpel und ich eine 30-Kilometer-Radtour. Marl / Gelsenkirchen / Gladbeck / Bottrop / Dorsten / Marl. Mittendrin in Europa, wie wir auf den Schildern sehen. Das trojanische Pferd begrüßt uns in Feldhausen. Dann eine kurze Pause an der uralten Hainbuche, ein Foto an Schloß Beck, vorbei am Filmpark und längst der Gleise nach Dorsten rein. Da gibts ´ne leckere Falafeltasche und ein Bierchen. Dann nach Hause über die Felder, schöner Sonnenuntergang und gute Nacht!

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Tag 2 / Sonntag, 26.06.2019 - Teil 2

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Equipe: Tour de Rennbach
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Nachmittags treffe ich mich mit einem Freund - und gemeinsam gehts noch mal per Drahtesel auf meine Lieblingstour. Vorbei an der Lippe, über die den Lippedeich, durch die Zechensiedlung in Hervest und ehemalige Zeche Fürst Leopold mit seinen beeindruckenden Gebäuden, in denen heute gastronomische Betriebe sind und ein Kreativquartier entstanden ist. Dann gehts zum "Glückauf-Grill", wo Portion und Geschmack noch stimmen und man bei einem Schluck Limo Ruhrgebietsflair erleben kann. Natürlich in der "Glück-Auf-Straße". Komisch, sagt einer am Nebentisch. "Is die einzichste Straße, die nach eine Pommesbude benannt wurde." Recht hat er!
Am Kanalufer des Wesel-Datteln-Kanals gibt es tolle Bänke, die zum Leeren mitgebrachter Getränke und Speisen einladen. Wir nehmen unsere hinterher wieder mit. Andere schmeißen ihren Scheiß einfach hinter die Bank. Vollpfosten! Aber wir ärgern uns nicht lange, sehen einem Entenpaar zu, das mit den Küken gerade den Freischwimmer macht. Die Sonne kommt raus. Das Leben ist schön. Radeln ist Freiheit!

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Tag 1 / Samstag, 25.05.2019

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Ich freue mich auf unsere erste gemeinsame Tour. Um 10 Uhr treffe ich erstmals auf etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stadtradelns 2019 auf dem Creiler Platz. Auch Baudezernentin Andrea Baudek und Klimaschutzmanager Michael Klement sind gekommen. Mit Helm, Rad und nicht nur fürs Foto. Sie wollen mit nach Gelsenkirchen radeln zur offiziellen Eröffnung der Aktion Stadtradeln in der Metropole Ruhr.
Mit Heinz, Freddy und mir ist mein Team "Tour de Rennbach" gut vertreten. Freue mich, endlich auch Leute aus den andern Teams kennen zu lernen: zum Beispiel von Kinderschutzbund, Roten Rennrädern, Grüner Raupe und aus dem offenen Team.

Freddy ist der Oberknaller. Entscheidet sich eine halbe Stunde vor Start zum Mitmachen. Kauft sich auf meinen Tipp hin noch eine Radlerhose mit Polsterung. Sicher ist sicher! Und schwingt sich aufs Rad.

Ich auch. Auf mein gutes altes Treckingrad. Mit 25 Jahren halb so alt wie ich, doch bei Anstiegen ächzt es ebenso. ;)


Dann gehts los. Der ADFC hat die Tour ausgearbeitet. Es geht durch Alt-Marl, über verschlungene Pfade durch das schöne Landschaftsschutzgebiet Rennbach (Heimspiel!) in Frentrop und Polsum nach Westerholt, weiter nach Gelsenkirchen Buer. Dort längere Zwangspause. Bremsklötze eines Mitradlers im Eimer. Das Aus für ihn. Schade!

Wir radeln weiter zum Revierpark Nienhausen an der Stadtgrenze zu Essen. Leider verpassen wir die offizielle Eröffnung. Macht aber nix! Viele gute Gespräche mit dem ADFC Essen, dem Radlerstammtisch Bottrop und guten alten Bekannten aus Dinslaken, Dortmund, Bochum, Oberhausen, Mülheim...
Außerdem gibts Überlebenspakete für Sportskanonen wie mich (Satire!): Ich mopse mir einen Apfel (lecker-süßsaures-Ding!) und fülle mit einer naturtrüben Schorle meinen Energietank wieder auf. Außerdem gibts 1a Kaffee und für die Genießer in der Gruppe leckeren Kuchen aus der Bio-Bäckerei.

Dann gehts heimwärts. Wir melden uns ab, weil wir einen Abstecher zur ehemaligen Zeche Nordstern machen wollen. Quasi eine "Tour de Rennbach"-Spezial unter der bewährten Leitung von Heinz. Wunschgemäß adoptieren wir einen Kollegen vom Team "Rote Rennräder" und düsen an Kanal und Emscher entlang bis zum Turm der Zeche Nordstern. Dort Fotoshooting. Kaum Bild gepostet, machen meine Arbeitskollegin Tanja und Kollege Dirk Filmplakate draus. Nordstern-Warrior, verstehe! Hoffentlich reicht das Popcorn bei der Premiere. ;)

Nach mehr als 60 Kilometern sind wir wieder in Marl. Ich darf endlich den Helm lüften. Doch für den Kollegen "Rote Rennräder" und Freddy geht es noch weiter. Abends meldet sich Freddy: "Der Tipp mit der Radlerhose war Gold wert."
Ein Kompliment am Ende des ersten Tags für mich als "Stadtradeln-Star", was will man mehr?!

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3. Tag / Montag, 27.05.2019

Imagem Escrito em 10.06.2019 de Ludger Vortmann
Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

"Montag ist Schontag", lautet ein altes Sprichwort. Gilt aber nicht für mich. Ich muss arbeiten in Essen und da muss ich um 5 Uhr am Schreibtisch sitzen. Es sind 28 Kilometer mit dem Wagen, um diese Zeit dauert das etwa 30 Minuten. Ich darf aber nicht mit dem Wagen fahren. Darum geht mein Wecker um 2:55 Uhr. Nach einer Katzenwäsche frühstücke ich meinen Joghurt mit Beeren und schwinge mich um 3.30 Uhr ausnahmsweise mal aufs Pedelec. Die Strecke mit meinem alten Rad ohne elektrischen Rückenwind - nicht um diese Zeit. Außerdem bin ich Radiojournalist und um 6.30 Uhr muss die erste Sendung laufen und ich die Ergebnisse der Europawahl an Rhein und Ruhr für WDR 2 zusammenfassen. Da sollte ich besser nicht mit Schnappatmung auf einem Feldweg liegen... ;)
Weil sie im Wetterbericht Regen bis 5 Uhr angesagt haben, ziehe ich meine Regenklamotten an. Doch schon bevor ich das Haus verlasse, läuft mir das Wasser am Körper runter, weil die Regenklamotten auch keine Luft an die Haut lassen. Also gurke ich durch die Dunkelheit, lasse mich von Schlaglöchern quälen. Wie schön, als ich nach vier Kilometern den erleuchteten Polsumer Kirchtum sehe. Dann gehts weiter über Scholven, vorbei an der Fachhochschule Gelsenkirchen, wo schon "etwas Sonnenaufgang" am Horiozont hinter der ehemaligen Zeche Hugo erkennbar ist. Ich strample durch Schaffrath, überquere die A2, die noch im Tiefschlaf liegt und habe fast die Hälfte der Strecke geschafft. Am Schloß Horst biege ich auf die Altenessener Straße. Der muss ich jetzt noch zehn Kilometer folgen. Dann komme ich in die Essener Innenstadt. Nur ein einsamer Fahrradfahrer, der sich in den dunklen Schaufenstern spiegelt. Ich. Nass bis auf die Haut, doch dann komme ich schon im WDR-Studio Essen an. Die Pförtnerin macht mir erst nach einer Weile das Tor auf, weil sie mich für eine wild blinkende und reflektierende seltsame Erscheinung mit Signalweste hält.
Nach der heißen Dusche gehts an die Arbeit.

Und um 12 Uhr die Strecke retour.
Mir gefällt vor allem die Fahrradstraße kurz hinter der Universität, weil das Banner klar sagt, wer hier Vorrang hat. Manche halten sich dran, sondern stattedessen direkt auf mich zu. Ich hätte Lust auf Kollisionskurs zu gehen - aber auch Respekt vor Motorhauben.
Auf der Altenessener Straße in Höhe des Bahnhofs bauen sie gerade. Damit es Radfahrern und Fußgängern nicht so langweilig wird, haben sie aus Warnbaken einen Hindernisparcours gebaut, der richtig Spaß macht. So eng, kurvig und ein wenig bedrohlich, wollen wir es doch. Danke! Das Abenteuer geht noch weiter: Mülltonnen und gelbe Säcke auf dem Radweg sind eine kostenlose Dreingabe für mehr Kurzweile im sonst so entspannten Radverkehr.
Um 13.30 Uhr bin ich wieder in Marl. Zuhause lege ich mich eine halbe Stunde hin und fahre dann zum nächsten Termin weiter. Ziel: Marl - Hamm, etwa zehn Kilometer entfernt. Ich fahre die Schachtstraße hoch, überquere den Zechenplatz der ehemaligen Zeche Brassert, wo der Radweg über die alte Bahntrasse führt. Das Schöne: Man kann ihn kilometerlang fahren und gelangt bequem in die Stadtteile Drewer und Hüls. Eigentlich sowas wie der Vorläufer des Radschnellwegs, RS1. Von dichten Sträuchern und Bäumen gesäumt, leider etwas düster, weshalb es abends nicht so gerne von Radfahrern genutzt wird. Das ist sehr schade, denn hier kann man schnell und komfortabel vorankommen, ohne einem einzigen Auto zu begegnen.
In Marl-Hamm habe ich einen Ortstermin auf der Zechenhalde Brinkfortsheide mit Vertretern der Stadtverwaltung, RAG-Montan-Immobilien, Sachverständigen, Ratsmitgliedern und Mitgliedern einer Bürgerinitiative. Ein Mitarbeiter des Materialprüfamts NRW wird messen, ob aus der Zechenhalde oder aus dem benachbarten Sickingmühlenbach radioaktive Werte zu messen sind. Ich mache meine Beiträge und fahre abends um 21.15 Uhr Richtung Alt-Marl. Dort treffe ich gerade noch die Stadtradeln-Gruppe Heilige Edith-Stein, die gerade von einer ihrer "Pfarr-Rad-Touren" heimkehrt.
Dann gehts nach Hause.

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Tag 2 / Sonntag, 26.05.2019 - Teil 1

Imagem Escrito em 10.06.2019 de Ludger Vortmann
Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Heute ist Europawahl-Tag. Ganz Europa ist auf den Beinen. Meine Frau, meine beiden Töchter und ich auf dem Sattel. Nach der Kommunionfeier in der Kirche St. Georg radeln wir zur Overbergschule. Unsere Kleine hat dort in den nächsten Tagen ihre Fahrrad-Führerschein-Prüfung und will nochmal üben. Mama und große Schwester sind die Trainerinnen ich darf "verschiedene Hindernisse" sein. Das könnte ich am besten, schmunzelt meine Frau ;)
Anschließend radeln wir zum Wahllokal. Schon eine hohe Wahlbeteiligung am Mittag, heißt es. Das freut uns. Nicole und ich nehmen die Mädels mit in die Wahlkabinen und machen unser Kreuz. Unsere Kleine gründet spontan auf der Rückfahrt ihre eigene Partei: Die SGV. "Sicherheit geht vor!" Für Umweltschutz und mehr Radwege. Passt irgendwie. Denn einen Kilometer vor unserem Zuhause endet der Radweg.

Zum Glück hat ein Landwirt hier in Eigeninitiative mit Marler Firmen auf seinem Feld schon mal rund 100 Meter Radweg bis zur Frentroper Straße gebaut, damit seine Kinder sicher zur Bushaltestelle kommen können. Prima, dass alle den Weg nutzen können. In der Freizeit kann man von hier über landwirtschaftliche Wirtschaftswege gemütlich weiterradeln. Wer im Alltag unterwegs ist, nimmt in der Regel den direkten und 300 Meter kürzeren Weg an der Hauptstraße L601 lang.
Die Straße ist zwar schnurgerade, ist mit Schlaglöchern und Rissen übersät und hat weder Rad- noch Gehweg. Radfahrer und Fußgänger müssen auf der Fahrbahn fahren bzw. laufen. Die Stadt Marl hat hier den Schulbus eingestellt, auch der Linienbus (287er) war der Vestischen Straßenbahnen GmbH zu teuer und hat ihn ersatzlos eingestellt.
Für uns heißt das konkret: Der nächste Rad- / Fußweg ist 1,1 Kilometer entfernt.
Die nächste Bushaltestelle ist 1,3 Kilometer entfernt.
Deshalb sieht man hier täglich viele Radfahrer, die auf direktem Weg an Ziel kommen wollen.
Weil wir beim Hof Vortmann (meinem Cousin) frischen Spargel kaufen wollen, müssen wir sowieso an der Hauptstraße lang.

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Drei Wochen ganz ohne Auto - meine ersten Gedanken dazu.

Imagem Escrito em 04.06.2019 de Ludger Vortmann
Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Nun ist es also so weit. Stadtradeln hat begonnen. Für mich und mein Team "Tour de Rennbach" die dritte Teilnahme. Alte Hasen sind wir also ;) Und doch ist etwas ungewohnt. Denn erstmals mache ich als "Stadtradeln-Star" mit, lasse also drei Wochen meinen Wagen stehen und darf nicht mal als Beifahrer in einem Auto mitfahren.

"Prost Mahlzeit!", sagt meine Frau als ich ihr von dem Plan erzähle."Wie kommen dann die Kinder nach Hause, wenn ich lang arbeite? Du bist dann ja wohl irgendwo im Ruhrgebiet mit dem Rad unterwegs.

Da hat sie recht. Gute Frage! Denn wir wohnen im Außenbereich von Marl, knapp fünf Kilometer vom Zentrum entfernt. An der Stadtgrenze zu Dorsten. Wir sind das letzte Haus an der Schachtstraße, der Landstraße L601. Beziehungsweise das Erste aus Richtung Altendorf-Ulfkotte.

Bei uns gibt es keinen Radweg und keinen Gehweg (der nächste ist 1,3 Kilometer entfernt!) Bis vor ein paar Jahren war das kein Problem, denn dann fuhren noch der Linienbus der Vestischen (287er) und der Schulbus für die Kinder. Doch die wurden ersatzlos gestrichen. Aus Kostengründen, heißt es von der Stadt Marl. Die Bushaltestelle "Leusheider Weg" gibt es immer noch direkt vor unserer Haustür.

Klar, haben wir und die Familien aus der Nachbarschaft uns damals beschwert, aber es hat nichts gebracht. Seitdem fahren wir die Kinder mit dem Auto zur Schule, zum Sport, zur Musikschule, zum Tanzen, zu Freundinnen, ... Und holen sie natürlich wieder ab.

Von daher ist das dreiwöchige Stadtradeln diesmal ein besonders Experiment. Wenn ich komplett auf das Auto verzichte, fürchte ich, dass dieser Abbau von Infrastruktur ein Problem werden wird.

Es beginnt in meinem Kopf zu rattern.

Drei Wochen ohne Auto!

Wie kommen die Kinder nach Hause, wenn Nicole lang arbeitet?
Wie schaffe ich es überhaupt zur Arbeit nach Essen und die langen Strecken durchs Ruhrgebiet?
Wie wird das, wenn ich morgens früh um 5 Uhr in Essen sein muss?
Was ist, wenn es... regnet?
Wie kriegen wir das hin mit den Wasserkästen, die ich immer einkaufe?
Wie transportieren wir den Rollstuhl meiner Mutter, wenn sie am Wochenende zu Besuch kommt?
Fragen über Fragen.
Ich bin gespannt.

Und werde ich überhaupt noch Zeit haben für meine Familie?
Für das Experiment wird viel Zeit draufgehen. Das ist mir schon klar. Daher bitte ich um Verständnis, wenn meine Berichte etwas zeitverzögert erscheinen. Aber Sie wissen ja, wo ich bin.
Unterwegs mit dem Rad.
Irgendwo in Marl oder sonstwo im Ruhrgebiet.

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Meine erste Woche beim Stadtradeln Marl

Escrito em 02.06.2019 de Werner Müller
Equipe: CDU Radeln für Marl
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Erste Woche des Stadtradelns gut geschafft. Viele Bereiche jetzt mehrfach befahren, was den Vorteil hat, dass man die Buckel- und Lochpisten der Radwege kennt und sich darauf einstellen kann. Einige meiner Aufgaben, z.B. Getränkekästen erneuern, musste ich auf meine Frau übertragen. Solche Aktionen sind mit dem Rad nur schwer oder gar nicht zu Händeln.

Auch mein Hund ist nicht der geborene Partner für meine Radtouren. Also steht vielleicht der Gedanke einen Fahrradanhänger anzuschaffen im Raum. (für Hund und/oder Lasten). Das Wetter spielte bisher gut mit, sodass ich meine Kampferprobte BW Schlechtwetterkleidung nicht zum Einsatz bringen musste.
Meine Hellseherischen Fähigkeiten im Bezug "Verhaltensweisen von Autofahrern" sind enorm angewachsen. Allerdings wäre es auch angebracht, dass die Radfahrer in Marl zukünftig nicht mehr nach dem Motto "Marler Landrecht" kreuz und quer unterwegs sind. Der Radfahrer als Verkehrsteilnehmer unterliegt ebenso der Straßenverkehrsordnung wie alle anderen beteiligten. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, das es sich noch regeln wird.
Ansonsten macht es Spaß, viele Kurzkontakte mit anderen Bürgern ( im Auto so nicht möglich). Ich bin gespannt auf weitere zwei Wochen Stadtradeln.

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Auf die Plätze, fertig, los!

Escrito em 28.05.2019 de Ludger Vortmann
Equipe: Tour de Rennbach
Município: Marl in der Metropole Ruhr

Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte, daher kommen zunächst mal die ersten Eindrücke als Video ...



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